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... außergewöhnlich vielseitig

        ... enorm wirkungsvoll

                ... emphatische Interpretation

Kritik vom 06. November 2001 im Wiesbadener Tagblatt

 

... die hochkarätigen Musiker

... in mitreißender Manier

Kritik vom 22. Oktober 2002 im Wiesbadener Tagblatt

 

... hochkarätige Besetzung

... ausgezeichnetes Zusammenspiel

... lupenreine Intonation

Kritik vom Oktober 2003 in der Idsteiner Zeitung

 

... eigenwillige Trio-Farbe

... feinste Farbschichten

Auszug aus der Kritik vom 11. November 2003 im Wiesbadener Kurier

 

... intensiv und mit viel Klangsinn vermittelte Musik

       ... originelle musikalische Begegnung

Kritiken vom 15. März 2005 im Rüsselsheimer Echo und in der Main-Spitze

 

 

Von Picasso-Werk inspiriert

Werk des Komponisten Jens Josef im Staatstheater uraufgeführt

 

La Picassola ist nicht nur ein ungewöhnlicher (weil eigentlich bedeutungsloser) Name, das Trio, das sich dahinter verbirgt, ist zudem nicht ganz alltäglich besetzt. Cornelia Thorspecken (Flöten), Richard Weitz (Viola) und Corinna Häckel (Kontrabass) haben sich nun zum ersten Mal in dieser Besetzung mit einem Konzert an die Öffentlichkeit begeben und stellten sich im Rahmen einer Matinee im Foyer des Wiesbadener Staatstheaters mit einem außergewöhnlich vielseitigen Programm vor.

Bereits die "5 Mouvements Brefs" von Pierre Max Dubois (1930-1995) zeigen deutlich, welche interessanten Klangfarben diese Besetzung aufzubieten hat. Die klaren, fast strengen Formen der Komposition bewirken, dass die verschiedenartigen Imitationsabläufe und Zusammenführungen umso deutlicher zur Geltung kommen können. So einigen sich die drei Musiker glücklicherweise auch auf eine sehr schlichte, dadurch enorm wirkungsvolle Interpretation. Originell sind Kontraste durchaus nicht immer, aber wenn sie solche Formen annehmen, wie die einer unisono-Passage von Piccolo und Kontrabass, dann ist sie immerhin selten zu hören.

Eine Uraufführung gab es dann auch. Das viersätzige Werk des 1967 geborenen Komponisten Jens Josef ist von Picassos "Bildnis seiner kleinen Tochter" inspiriert und spielt ganz geschickt mit kleinen musikalischen Ideen. So glaubt man im Allegretto concertante drei Menschen vollkommen aneinander vorbei reden zu hören, die sich nur für winzige Augenblicke immer mal wieder auf eine neue Gesprächsebene verständigen können. der "Intermezzo"-Satz benutzt verschiedene Walzermotive.

Zum Abschluss des Vormittags stand ein Concertino des 1942 in einem Internierungslager in Wülzburg ermordeten Erwin Schulhoff auf dem Programm. La Picassola gelang hierbei eine emphatische Interpretation, die dem ausgelassenen Charakter dieses Stückes sehr nahe kam.

 

 

Moderne in ungewöhnlicher Besetzung

Kammermusikabend der Avantgarde mit dem Wiesbadener Ensemble La Picassola im "thalhaus"

 

Nicht vom bekannten Malernamen sondern aus jeweils drei Buchstaben der Instrumentenbezeichnung - Piccolo, Kontrabass, Viola - ist der Name des vor zwei Jahren aus der Wiesbadener Kammermusikvereinigung hervorgegangenen Ensembles La Picassola abgeleitet: Cornelia Thorspecken mit mehreren Flöten, einschließlich Piccolo, Corinna Häckel und Richard Weitz an den genannten Instrumenten. Gleichwohl soll Picasso jetzt eine anregende Rolle gespielt haben, nämlich bei der Komposition, die der Frankfurter Jens Josef vor kurzem mit dem "Bildnid seiner kleinen Tochter" quasi "auf den Leib" schrieb. Das nicht nur beim Anhören, sondern auch beim Blick in die Partitur komplizierte Werk wurde erst zum dritten Mal aufgeführt.

Abenteuerlich war diese Musik nicht nur für die Zuhörer, sondern wohl auch für die Ausführenden. Die zunächst noch im ersten Satz pointillistisch allmählich zueinander strebenden Elemente, hart an der Geräuschgrenze liegende Klänge, Glissandi, Pizzicati, melodische Fetzen und Schläge auf den Instrumentenkorpus, verdichteten sich allmählich zur wahrnehmbaren Charakteristik, um in einen bizarr witzigen Walzer einzumünden. Das Finale schließlich ein spritziges Capriccioso, worin wohl mit humorigem Seitenhieb auf die "drei Chinesen mit dem Kontrabass" angespielt wird. Das Ganze wussten die hochkarätigen Musiker in mitreißender Kontur darzustellen.

Bei Anton Hoffmeisters "Duo concertante" wurde Flöte und Viola einiges an Gewandtheit abverlangt, um die einfallsreiche Serenadenmusik des Mozart-Zeitgenossen nicht angestrengt, sondern unterhaltsam und liebenswürdig ankommen zu lassen. Auch das Kontrabass-Solo vom Finnen Teppo Hauta-Aho bestätigte diesen Eindruck.

Zum Schluss stieß das leidenschaftliche "Concertino" des wegen seiner künstlerischen "Entartung" verfolgten und 1942 mit 48 Jahren im Internierungslager Wülzburg/Bayern umgekommenen Erwin Schulhoff in seiner freitonal expressiven und kecken Art auf großes Interesse. Zu Beginn zogen Pierre-Max Dubois' "Mouvements Brefs", skizzenhaft gezeichnet und assoziativ zündend, als atonal verfremdete Karikaturen von Marsch, Elegie, Walzer und burlesker Groteske vorüber.

 

 

Nicht alltägliche Kammermusik

Das Ensemble La Picassola mit "kühner Tonsprache" im Gerberhaus

 

Die instrumentale Besetzung sowie der daraus abgeleitete Name des seit drei Jahren bestehenden Ensembles La Picassola ist ungewohnt: Piccolo und andere Flöten mit Cornelia Thorspecken, Richard Weitz an der Viola sowie Kazuko Maeda am Kontrabass, eingesprungen für die erkrankte Corinna Häckel.

Ungewohnt auch das Programm mit dem Schwerpunkt, als gäbe es auch hier eine Verbindung, mit der von Picassos Kinderbild "Maya à la poupée" inspirierten Musik, eigens für das Ensemble geschrieben. Der aus Frankfurt stammende Komponist Jens Josef, Flötist und Dozent in Darmstadt, war beim Kammermusikabend im vollbesetzten Idsteiner Gerberhaus zugegen und fand sein Werk anhand der Bildbetrachtung durch Hilke Augsburg bestätigt: Die zunächst noch pointillistische Manifestation, oft hart an der Geräuschgrenze liegend, Glissandi, Pizzicati, Schläge auf den Instrumentenkorpus und gurgelnde Flötenlaute verdichten sich allmählich zu einer Gestalt, ähnlich den kubistischen Elementen in Picassos Werk, werden zu kindlich trotzigen Unisoni, die in hingehauchten Luft- und Streichlauten wieder verschwinden, um in einen bizarren Walzer, ausgelassenes Kinderhopsen, einzumünden. Die "drei Chinesen mit dem Kontrabass", die im Abschluss-Capriccioso rhythmisch versteckt waren, fand beim Publikum jedoch keiner heraus.

Mit einem ausgelassenen "Concertino" erinnerte man an den wegen seiner "künstlerischen Entartung" verfolgten, 1942 mit 48 Jahren im KZ umgekommenen Erwin Schulhoff. Eingeleitet wurde der Abend mit Pierre Max Dubois' (1930-95) "Mouvements Brefs", die als atonal verfremdete Karikaturen von Marsch, Elegie, Walzer und burlesker Groteske vorüberzogen.

Ausgezeichnetes Zusammenspiel und stete Durchsichtigkeit der Tongebung, lupenreine Intonation bei den zum Teil äußerst komplizierten Vorlagen bewiesen eine hochkarätige Besetzung.

Als besänftigende Erholung von der kühnen Tonsprache empfahlen sich das liebenswürdige "Duo concertante" des Mozart-Zeitgenossen Franz Anton Hoffmeister für Viola und Flöte und die abwechslungsreich unterhaltsame Sonate a-moll Carl Philipp Emanuel Bachs für Flöte solo.

Langer Beifall und eine kurze Zugabe bestätigten den gelungenen Erfolg dieser vom Kulturring ausgerichteten Veranstaltung.

 

 

Hohe Neue-Musik-Konzentration im thalhaus und im Staatstheater-Foyer

 

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Für diese eigenwillige Trio-Farbe schrieb Claus Kühnl seine "Gewendete Figur". Es ist eine zehnminütige Betrachtung einer Zwölftonreihe geworden, deren Grundgestalt immer von einem anderen Blickwinkel aus gesehen werden kann. Als der Komponist dem thalhauspublikum seine Konzeption erkärte, sprach er häufig vom "Berechnen" und "Ausrechnen": Er habe tonlose Blasgeräusche berechnet, Teiltöne der Obertonreihe bis hin zum 500. Ton ausgerechnet - wo sonst meist doch beim sechzehnten Teilton Schluss ist.

Ein wenig glaubte man jetzt bei der Umsetzung durch das Picassola-Trio diesen Rechenwillen hören zu können. Manche Blicke auf die gewendete Tonfigur warfen zwar ungemein reizvolle Schatten und gaben feinste Farbschichten frei, doch sicherlich acht der zehn Minuten blieben eher im Konstruktiv-spröden - Zeitangaben hier mehr geschätzt als berechnet.

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Der pfeifende Wasserkessel singt Lieder

Unter dem Motto "Kontrabass trifft Piccolo" hören sich Kinder in die Welt der Musik hinein

In der Bezeichnung La Picassola, die sich Cornelia Thorspecken, Corinna Häckel und Richard Weitz für ihr Trio gewählt haben, verbergen sich Buchstaben der Instrumente Piccolo, Kontrabass und Viola (Bratsche). Mehr als fünfzig aufmerksame Kinder und eine ebenfalls große Zahl begleitender Eltern waren am Sonntagvormittag ins Foyer des Stadttheaters gekommen und erlebten ein Kinderkonzert unter dem Motto "Kontrabass trifft Piccolo", eine originelle musikalische Begegnung und Lehrstunde.

Die von Christoph Gotthardt ("Herr Muse") nun schon bereits im fünften Jahr betreute Veranstaltungsreihe stößt auf eine große Resonanz, denn der Moderator versteht es, seine jungen Zuhörer musikalisch kindgerecht zu versorgen, mannigfache Informationen weiterzugeben und damit einen Zugang zur Musik zu eröffnen.

Das Rüsselsheimer Programm gewann sein besonderes Profil durch die Uraufführung zweier eigens für das Ensemble La Picassola geschriebener Stücke von Studierenden der Kompositionsklasse Gerhard Müller-Hornbach an der Frankfurter Musikhochschule. Theodor Köhler, in Rüsselsheim aufgewachsen und einst Kulturstipendiat der Stadt, erweist sich bei seinen sieben Impressionen unter dem Titel "osoirufurioso" als überaus ideenreicher Nachwuchskomponist, der dogmatische Gelehrsamkeit und provozierende Konstruktionen meidet und eine gefällige, gefühlsbetonte Musik bevorzugt. Christoph Gotthardt stellte die Besonderheiten der einzelnen Sätze vor, die sich in munterem Zapping zu einem dramaturgisch spannenden Stil-Puzzle zusammenfügen. Schalkhaft fabulieren die drei Instrumente in neoklassizistischen Dialogen, kesse Harmoniewechsel begleiten einen parodistischen Walzer, Flöten- und Kontrabass-Glissandi geben einem Blues das charakteristische Feeling. Fahle, besinnliche Töne stehen neben Zitaten aus der U-Musik und der Folklore- und Jazzbranche.

Die Kinder lernen, motiviert durch eigenes Ausprobieren, die Geheimnisse besonderer Spielweisen (Pizzicato, Flageolett, Dämpfer) und vier verschiedene, nach Größe und Klang gestaffelte Flöten kennen. Ein ständiges Lächeln durchzieht diese von La Picassola intensiv und mit viel Klangsinn vermittelte Musik, die nicht - wie leider oft bei ehrgeizigen Avantgardisten - gegen, sondern ganz bewusst für den jungen Hörer komponiert ist. Wenn die Kinder von Theodor Köhler erfahren, dass im sogar die Dusche als Inspirationsquelle dient, erweitert sich das Musikerlebnis der Junior-Konzertbesucher zu einer hautnahen Begegnung mit einem Komponisten zum Anfassen.

Auch die aus Korea stammende Jiyoung Kang vollzieht eine gewollte Rückwendung zu expressivem Komponieren. In ihrem Kinder-Melodram "Der verlorene Ton" nach einem fantasievollen Text von Sebastian Weber trifft sie, im sicheren Kielwasser von Prokofieffs "Peter und der Wolf", einen zauberhaften Märchenton und versieht die Geschichte um den Maulwurf Marquard, der nach langem Suchen seinen verlorenen Kinderlied-Ton im pfeifenden Wasserkessel wiederfindet, mit fröhlichen Kinderliedmelodien, zarten Pastellfarben und tonmalerischen Schlaglichtern auf idyllische Naturszenen mit Maulwurfshügel, Viehweide, Wolkenhimmel und einem Bachbett.

Christoph Gotthardt sorgte als "Herr Muse" für Spannung und bezog die vor ihm auf Sitzkissen lauschenden Kinder mit einfachen Bewegungen in die musikalische Märchenwelt ein.

 

 

Der fehlende Ton steckt im Wasserkessel

"Klassik für Kids" präsentiert eine neue Arbeit des Rüsselsheimer Komponisten Theodor Köhler

"Normalerweise sind Komponisten immer schon tot" stellte Christoph "MusE" fest. Nicht so aber im Falle des Rüsselsheimers und ehemaligen Kulturstipendiaten der Stadt, Theodor Köhler, der bei der letzten Ausgabe von "Klassik für Kids" in dieser Spielzeit sogar leibhaftig anwesend war. Gleich zwei Welturaufführungen, eine aus der Feder Köhlers, eine andere von der ebenfalls anwesenden Koreanerin Jiyoung Kang, konnten gut 50 Kinder am Sonntag im Stadttheater erleben.

Zum Thema "David und Goliath" spielte das Trio La Picassola auf den größten, kleinsten und schönsten Intrumenten, die das Orchester zu bieten hat.

Eine gute Nachricht gab es gleich zu Beginn: Kulturamtsmitarbeiter Ralf Keil bestätigte auch für die kommende Theatersaison wieder drei Termine mit Chistoph "MusE" und dem Ohrwurm Theophil bei "Klassik für Kids", die dann schon im sechsten Jahr klassische Musik zum Anfassen und Mitmachen präsentieren.

Anzufassen gab es wieder so Einiges: vier verschiedene Flöten von Trio-Mitglied Cornelia Thorspecken etwa, eine davon sogar aus echtem Gold. Zum Einsatz kamen alle vier in einem der sieben Sätze von Theodor Köhlers Stück "osoirufurioso", das eigens für die Veranstaltung angefertigt worden war. Effektvoll und explizit gesetzt lotete jeder der Teile eine andere Technik oder Besonderheit der drei Instrumente anschaulich aus. Zu all den Informationen über Blastechnik, Flageoletts und Glissandi erfuhr man auch, dass Komponist Köhler seine Inspiration meistens beim Duschen bekommt.

Der zweite Teil brachte dann eine musikalische Geschichte: "Der verlorene Ton" wurde von Jiyoung Kang vertont und musikalisch wie erzählerisch vorgetragen. Maulwurf Marquard sucht einen fehlenden Ton seiner Flöte, bis er ihn, im Wasserkessel versteckt, findet. Viele kleine Zitate aus Kinderliedern und deutliche Motivik förderten auch hier Transparenz und Lerneffekt.